Navajo
Die Navajo, in der eigenen Sprache Diné genannt, sind mit über dreihundertfünfzigtausend eingeschriebenen Stammesangehörigen die grösste indigene Nation der Vereinigten Staaten. Ihr Reservat, die Navajo Nation, erstreckt sich über Teile von Arizona, New Mexico und Utah und ist flächenmässig grösser als manche europäische Staaten. Die Diné kamen vermutlich zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert aus dem Norden in den heutigen amerikanischen Südwesten und übernahmen im Lauf der Zeit Elemente von ihren Pueblo-Nachbarn, blieben aber kulturell eigenständig. Schafzucht, Weberei und später die Silberschmiedekunst prägen bis heute das wirtschaftliche und künstlerische Selbstverständnis der Nation.
Teppiche
Die Weberei der Navajo geht auf den Kontakt mit den Pueblo-Völkern im 17. Jahrhundert zurück, von denen die Diné den aufrechten Webstuhl übernahmen. Gewebt wird traditionell von Frauen, mit handgesponnener Wolle der Navajo-Churro-Schafe, einer robusten Rasse, die spanische Siedler in den Südwesten brachten und die heute wieder gezielt gezüchtet wird. Die Wolle wird gewaschen, kardiert, gesponnen und mit pflanzlichen oder mineralischen Farbstoffen gefärbt, in moderneren Arbeiten auch mit Anilinfarben.
Im 19. Jahrhundert entstanden zunächst gewebte Decken (Chief Blankets, Serapes), die als Handelsware bis weit in die Plains und nach Mexiko gelangten. Mit der Einrichtung der Trading Posts in den Reservaten in den 1880er-Jahren verlagerte sich die Produktion zunehmend auf Teppiche für den Markt. Die einzelnen Handelsposten förderten dabei jeweils eigene Stile, die bis heute geläufig sind: Two Grey Hills mit feinen geometrischen Mustern in natürlichen Braun-, Grau- und Schwarztönen, Ganado mit kräftigem Rot auf grauem oder elfenbeinfarbenem Grund, Crystal, Teec Nos Pos, Wide Ruins, Burntwater und einige weitere. Daneben stehen die Yei- und Yei-Bi-Chei-Teppiche mit Darstellungen von Heiligen Wesen aus den Heilungszeremonien sowie die sogenannten Storm Pattern Rugs mit symbolischer Geographie.
Ein Navajo-Teppich entsteht ohne Vorzeichnung; das Muster wird im Kopf der Weberin entwickelt und während der Arbeit am Webstuhl umgesetzt. Je nach Grösse und Feinheit beansprucht ein einzelnes Stück mehrere Monate bis über ein Jahr.
Silberschmiedekunst
Die Silberschmiedekunst der Navajo ist jünger als die Weberei. Sie beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Atsidi Sani, der gemeinhin als erster Navajo-Silberschmied gilt, das Handwerk in den 1850er- oder 1860er-Jahren von mexikanischen Plateros (Silberschmieden) lernte. Anfangs wurden mexikanische und amerikanische Silbermünzen eingeschmolzen, später Sterlingsilber in Barrenform verarbeitet. Türkis als Schmuckstein kam erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in nennenswertem Umfang dazu, nachdem entsprechende Werkzeuge zur Steinbearbeitung zur Verfügung standen.
Charakteristisch für Navajo-Silberschmuck ist die Betonung des Silbers und des einzelnen Steins. Häufige Techniken sind das Sandguss-Verfahren (Tufa Casting), bei dem das Schmuckstück in eine Form aus vulkanischem Tuffstein gegossen wird, sowie das Stempeln (Stamping) mit selbst gefertigten Punzen, mit denen geometrische Muster in das Silber geschlagen werden. Daneben stehen Repoussé (Treibarbeit von der Rückseite), Drahtarbeit und das Fassen einzelner oder mehrerer Türkise, Korallen, Spiny Oyster und weiterer Steine in glatten oder mit Tropfen, Twistdraht und Stempelmustern verzierten Fassungen.
Zu den klassischen Formen gehören der Concho Belt mit aufgereihten gegossenen oder gestempelten Silberscheiben auf Leder, das Squash Blossom Necklace mit Naja-Anhänger, breite Cuff-Armreife, Ringe mit grossen Einzelsteinen sowie Knöpfe und Schmuckbeschläge. Sogenannte Cluster-Arbeiten, bei denen viele kleinere Steine zu einem Bild zusammengefügt werden, sind ebenfalls verbreitet, treten aber in noch ausgeprägterer Form bei den benachbarten Zuni auf.
Die im Shop angebotenen Stücke stammen jeweils direkt von den Künstlerinnen und Künstlern oder aus deren unmittelbarem Umfeld und sind, wo vorhanden, mit Punze und Stammeszugehörigkeit gekennzeichnet.
1–12 von 25 Ergebnissen werden angezeigt
-
B. Jackson (Navajo) – Armreif
340 CHF -
Elenor Brown (Navajo) – Rug
800 CHF
Die Navajo, in der eigenen Sprache Diné genannt, sind mit über dreihundertfünfzigtausend eingeschriebenen Stammesangehörigen die grösste indigene Nation der Vereinigten Staaten. Ihr Reservat, die Navajo Nation, erstreckt sich über Teile von Arizona, New Mexico und Utah und ist flächenmässig grösser als manche europäische Staaten. Die Diné kamen vermutlich zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert aus dem Norden in den heutigen amerikanischen Südwesten und übernahmen im Lauf der Zeit Elemente von ihren Pueblo-Nachbarn, blieben aber kulturell eigenständig. Schafzucht, Weberei und später die Silberschmiedekunst prägen bis heute das wirtschaftliche und künstlerische Selbstverständnis der Nation.
Teppiche
Die Weberei der Navajo geht auf den Kontakt mit den Pueblo-Völkern im 17. Jahrhundert zurück, von denen die Diné den aufrechten Webstuhl übernahmen. Gewebt wird traditionell von Frauen, mit handgesponnener Wolle der Navajo-Churro-Schafe, einer robusten Rasse, die spanische Siedler in den Südwesten brachten und die heute wieder gezielt gezüchtet wird. Die Wolle wird gewaschen, kardiert, gesponnen und mit pflanzlichen oder mineralischen Farbstoffen gefärbt, in moderneren Arbeiten auch mit Anilinfarben.
Im 19. Jahrhundert entstanden zunächst gewebte Decken (Chief Blankets, Serapes), die als Handelsware bis weit in die Plains und nach Mexiko gelangten. Mit der Einrichtung der Trading Posts in den Reservaten in den 1880er-Jahren verlagerte sich die Produktion zunehmend auf Teppiche für den Markt. Die einzelnen Handelsposten förderten dabei jeweils eigene Stile, die bis heute geläufig sind: Two Grey Hills mit feinen geometrischen Mustern in natürlichen Braun-, Grau- und Schwarztönen, Ganado mit kräftigem Rot auf grauem oder elfenbeinfarbenem Grund, Crystal, Teec Nos Pos, Wide Ruins, Burntwater und einige weitere. Daneben stehen die Yei- und Yei-Bi-Chei-Teppiche mit Darstellungen von Heiligen Wesen aus den Heilungszeremonien sowie die sogenannten Storm Pattern Rugs mit symbolischer Geographie.
Ein Navajo-Teppich entsteht ohne Vorzeichnung; das Muster wird im Kopf der Weberin entwickelt und während der Arbeit am Webstuhl umgesetzt. Je nach Grösse und Feinheit beansprucht ein einzelnes Stück mehrere Monate bis über ein Jahr.
Silberschmiedekunst
Die Silberschmiedekunst der Navajo ist jünger als die Weberei. Sie beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Atsidi Sani, der gemeinhin als erster Navajo-Silberschmied gilt, das Handwerk in den 1850er- oder 1860er-Jahren von mexikanischen Plateros (Silberschmieden) lernte. Anfangs wurden mexikanische und amerikanische Silbermünzen eingeschmolzen, später Sterlingsilber in Barrenform verarbeitet. Türkis als Schmuckstein kam erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in nennenswertem Umfang dazu, nachdem entsprechende Werkzeuge zur Steinbearbeitung zur Verfügung standen.
Charakteristisch für Navajo-Silberschmuck ist die Betonung des Silbers und des einzelnen Steins. Häufige Techniken sind das Sandguss-Verfahren (Tufa Casting), bei dem das Schmuckstück in eine Form aus vulkanischem Tuffstein gegossen wird, sowie das Stempeln (Stamping) mit selbst gefertigten Punzen, mit denen geometrische Muster in das Silber geschlagen werden. Daneben stehen Repoussé (Treibarbeit von der Rückseite), Drahtarbeit und das Fassen einzelner oder mehrerer Türkise, Korallen, Spiny Oyster und weiterer Steine in glatten oder mit Tropfen, Twistdraht und Stempelmustern verzierten Fassungen.
Zu den klassischen Formen gehören der Concho Belt mit aufgereihten gegossenen oder gestempelten Silberscheiben auf Leder, das Squash Blossom Necklace mit Naja-Anhänger, breite Cuff-Armreife, Ringe mit grossen Einzelsteinen sowie Knöpfe und Schmuckbeschläge. Sogenannte Cluster-Arbeiten, bei denen viele kleinere Steine zu einem Bild zusammengefügt werden, sind ebenfalls verbreitet, treten aber in noch ausgeprägterer Form bei den benachbarten Zuni auf.
Die im Shop angebotenen Stücke stammen jeweils direkt von den Künstlerinnen und Künstlern oder aus deren unmittelbarem Umfeld und sind, wo vorhanden, mit Punze und Stammeszugehörigkeit gekennzeichnet.











